Die Schöne und das Biest …

Tulpe

mit dem ersten Schultag nach den Osterferien kehrt der Alltag gnadenlos zurück. Kein gemütliches Reintrullern in den Morgen, stattdessen gnadenloses hopp, hopp, hopp für alle Beteiligten. Und dass bei diesem BilderbuchSonnenscheinWetter … Fies. Trotzdem habe ich schnell mal den Kalender gewälzt und festgestellt, nächste Woche ist 1. Mai. Puh, Glück gehabt, schon wieder ein außerplanmäßiger freier Tag. Bis dahin halte ich mich mit Gartenbildern bei Laune, während ich kubikmeterweise Papier zu Büchern verarbeite. Die Schönheit auf dem oberen Bild ist übrigens eine als MöchteGernPfingstrose getarnte Tulpe aus dem Vorgarten. Das Biest aus der Urzeit (vor etwa 350 Millionen Jahren) befindet sich in den Tiefen des Gartens hinter dem Haus verborgen. Ganz langsam entrollt es seine als Köpfe getarnten Fangarme, um sich dann das Beet Jahr für Jahr erneut untertan zu machen.

UrzeitGewächs

Wintergarten ohne Winter oder Ruhetag ohne Ruhe …

Wintergarten ohne Winter

Von einem Wetter wie am gestrigen Sonntag konnten wir im Mai 2013 nur träumen: Die Vögel zwitschern, die Länge der Quecksilbersäule des Thermometers und die Menge an bereits umgeklappten Kalenderblättern stehen in einem eigenartig diametralen Verhältnis zueinander und die Bewohnern des Hauses treibt es nach draußen, den sich im Winterschlaf wähnenden Garten mit Rosenschere und Besen zu belästigen.  Alles wirkt trotz Sonne so friedlich und verschlafen… Es hätte ein wunderbar entspannter Sonntag werden können.

Einen Bewohner des Hauses aber trieben andere Dinge um – seit Tagen schon. Der Nestzwerg soll will schwimmen lernen. Gestern war es nun soweit: Schwimmstart für den jüngsten Hausbewohner. Am Wochenende, Überübermorgen, übermorgen, morgen, heute, heute nachmittag, in ein paar Stunden, in einer Stunde, in 30 Minuten, in ein paar Minuten, gleich … so haben wir uns dem Termin der Termine angenähert. Wir sollten abgeholt werden. Also wurde die Haustür belauert. Damit das Abholteam auch bloß nicht vorbeifährt. Mein Einwand, dass die Abholenden doch sicher unsere Klingel benutzen werden, wurde zur Kenntnis genommen, es wurden aber keine abweichenden Handlungsmuster daraus abgeleitet. Die Haustür blieb unter Dauerbeobachtung. Das Abholteam kam, die erste Schwimmstunde fand statt. Jetzt hätte alles gut sein können. Aber nun forderte die vorausgegangene Nacht („Habe ich heute schwimmen?“) ihren Tribut. Die Müdigkeit machte Essen und alles andere quasi unmöglich – leider auch gute Laune. Ich hatte plötzlich wieder die einführenden Worte des Kursleiters im Kopf: „Wir machen hier alles ohne Druck, jedes Kind macht nur das, was es machen will.“ Ein Kind seines gestern gestarteten Kurses will muss ganz schnell schwimmen lernen sonst wird der nette Schwimmlehrer mich kennen lernen…

Spekulatius trifft Himbeermarmelade …

Himbeermarmelade

Wo ich es jetzt nicht länger leugnen kann, die Sache mit dem Herbst – die Beweislage ist einfach erdrückend – stelle ich mich dem Thema. Ich habe die erste Packung Weihnachtskekse gekauft und gleich mit Genuss und den Kindern verspeist. Noch ist das Backwerk frisch, was man an Heilig Abend dann nur noch bedingt sagen kann. Ich schalte jetzt morgens das Licht an, wenn ich mich ins Bad begebe und die Schuhe sind nun wieder geschlossen.

Aber glücklicherweise bietet unser Garten zurzeit immer noch kleine Fluchten an. So wachsen und reifen die Himbeeren unbeindruckt der Gesamtwetterlage einfach vor sich hin. Und deshalb wabern auch im September die köstlichen Aromen selbstgekochter Marmelade durch unser Haus. Am vergangenen Wochenende habe ich es sogar noch mal mit Erdbeeren versucht. Das Experiment ist als missglückt zu werten. Das leichte Erdbeeraroma, das den in Konsistenz Äpfeln gleichen Früchten anhaftete, vermochte nicht wirklich zu überzeugen.

Was soll das auch? Der Garten bietet schließlich noch mehr an: Tomaten reifen dort neben den Paprika- und Chilischoten und die Möhrchen bemühen sich, noch vor dem ersten Frost eine ernteermöglichende Größe zu erlangen. Ich drücke ihnen die Daumen und streiche mir derweil genüsslich die aromatische Himbeerkreation ohne Kerne aufs Brötchen.

Frühsommer 2013

Bitte, bitte, lieber Juni, mach es besser als der Mai…

Wer im März zu Ostern dachte, bald das Schlimmste hinter sich zu haben, der hat sich in diesem Jahr sowas von geirrt, wie schon lange nicht mehr. Auf ein Osterfest im Schnee, folgte ein kalter, nasser April mit kurzen Zwischenhochs und der Mai stand diesem April in nichts nach. Der Juni führt sich nun leider auch nicht gerade so ein, dass man ihm zurufen möchte, komm doch bitte näher. Aber es erste Hoffnungsschimmer. Im Garten tut sich was. Neben den Auswanderplänen unser Gartenbewohner beginnen sie ersten Früchte zu … – ja was eigentlich? Reifen kann man das jetzt nicht gerade nennen.

Garten Anfang Juni

Immerhin – es sind eindeutig Früchte, na ja gut, Fruchtansätze, die noch fleißig an ihrer Farbgebung arbeiten müssen. Aber es ist ja auch erst Anfang Juni …